Beide Röhren des St. Pauli Elbtunnels sind wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Nach insgesamt 15 Jahren Bauzeit ist das beliebte Hamburger Wahrzeichen vollständig denkmalgerecht saniert. Künftig wird die Oströhre als Teil der Radroute 4 für den unmotorisierten Individualverkehr sowie Fußgänger schwerpunktmäßig als Verkehrsweg genutzt werden, während die Weströhre für Fußgänger und die touristische Nutzung zur Verfügung steht.
Rechtzeitig zum Hafengeburtstag wurde die Weströhre nun von Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard, Kultursenator Dr. Carsten Brosda und HPA-Geschäftsführer Jens Meier feierlich enthüllt. Die Hamburg Port Authority (HPA) hat die Sanierungsarbeiten an der Weströhre im Zeit- und Kostenplan und in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt durchgeführt; die Sanierung der Weströhre startete am 3. Juni 2019 und wurde aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags mit ca. 21,3 Millionen Euro durch den Bund gefördert.
Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard: „Die Sanierung des St. Pauli Elbtunnels war aufgrund des Alters und der Komplexität des Bauwerks eine echte bautechnische Herausforderung, die sehr gut gelungen ist. Der Tunnel steht nun auch für kommende Generationen zur Verfügung. Er gehört zum historischen Erbe Hamburgs und ist zugleich eine wichtige Verkehrsverbindung, die modernisiert nun noch leistungsfähiger ist. Ich möchte mich bei allen Beteiligten und für ihr außerordentliches Engagement bedanken.“
Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Der Alte Elbtunnel zählt zu den herausragenden Denkmälern Hamburgs. Sein Bau vor über 100 Jahren war eine technische Meisterleistung. Dank der umfassenden denkmalgerechten Sanierung erstrahlt er jetzt in neuem Glanz und wurde technisch fit für die Zukunft gemacht. Er lädt dazu ein, auf dem Weg zur anderen Seite der Elbe in die Geschichte unserer Stadt und des Hafens einzutauchen. Mein Dank gebührt allen Beteiligten, die das durch ihre exzellente Arbeit möglich gemacht haben.“
HPA-Geschäftsführer Jens Meier: Die Sanierung des St. Pauli Elbtunnels war eine Herzensangelegenheit für die HPA. Dass beide Tunnelröhren heute in neuem Glanz erstrahlen, ist dem Einsatz eines großen Teams zu verdanken, dem ich für sein langjähriges Engagement und seine hervorragende Arbeit unter teils technisch herausfordernden Bedingungen herzlich danke. Mit zwei Tunnelröhren ist nun wieder eine vollständige Nutzung möglich. Künftig wird die Oströhre als Teil der Radroute 4 vor allem dem unmotorisierten Individualverkehr sowie Fußgängern dienen, während die Weströhre Fußgängern und der touristischen Nutzung vorbehalten bleibt.“
Der Alte Elbtunnel wurde zwischen 1907 und 1911 erbaut und zählt heute zu den prägenden Denkmälern Hamburgs. Vor 120 Jahren hatte die Bürgerschaft dem Bau eines Tunnels unter der Elbe zugestimmt, weil die Zahl der Menschen, die täglich von ihren Wohnstätten aufbrachen, um die Norderelbe mit Fähren, Barkassen und Ewern zu queren und zu ihren Arbeitsplätzen im Hafen zu gelangen, immer weiterwuchs. Ein Tunnel unter einem breiten Gewässer wie der Elbe hindurch, noch dazu mit Lastenaufzügen in den Schachtgebäuden, die eine lange Rampe in der eng bebauten Stadt verzichtbar machten, war zur Zeit der Erbauung Anfang des 20. Jahrhunderts eine technische Meisterleistung und fand international Beachtung. Heute gehört der Alte Elbtunnel zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Hansestadt.
Bei der denkmalgerechten Sanierung wurde ein besonderes Augenmerk auf die Fliesen und Reliefs gelegt, die die Entstehungsgeschichte des Tunnels erzählen.
Die Sanierung des Tunnels erfolgte bereits seit den 1990er Jahren. Zunächst wurde das Betriebsgebäude erneuert. Im Anschluss wurden in zwei weiteren Projektabschnitten zunächst das Schachtgebäude auf der Steinwerder-Seite und der St. Pauli-Seite grundlegend instandgesetzt. 2010 wurde mit der Entkernung der Oströhre begonnen. Nach der Sanierung des oberen Tunnelbereichs folgten der Einbau der Gehwegfertigteile, Fliesen- und Putzarbeiten sowie die Herstellung des Fahrbahnbelags. Dann stand die Ausrüstung mit modernster Technik im Mittelpunkt – vom Rauchmelder über Lautsprecher bis zum automatischen Zählsystem. Abschließend wurden in enger Absprache mit dem Amt für Denkmalschutz die Wandfliesen und die Beleuchtung nach historischem Vorbild erneuert.
Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Instandsetzung beider Tunnelröhren auf ca. 130 Millionen Euro. Die Sanierung der Weströhre wurde aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags mit ca. 21,3 Millionen Euro durch den Bund gefördert.
Neues Verkehrskonzept:
Mit Fertigstellung der Sanierung der Weströhre des St. Pauli Elbtunnels stehen nun zwei in Bezug auf Sicherheitstechnik und Ausgestaltung gleichwertige Tunnelröhren nach historischem Vorbild zur Verfügung. Die Kfz-Nutzung wurde 2019 eingestellt. Die Oströhre wird unverändert für den unmotorisierten Individualverkehr sowie Fußgänger genutzt. Die Weströhre wird als Besucher- und Eventröhre genutzt. Die Betriebszeiten der Lastenaufzüge haben sich bewährt und werden beibehalten: montags bis freitags 5:30 – 20:00 Uhr im Zwei-Schicht-Betrieb, am Wochenende und feiertags: 10:00 – 18:00 Uhr im Ein-Schicht-Betrieb. Bei Großveranstaltungen (u.a. Dockville-Festival, Hafengeburtstag, Elbjazz, Köhlbrandbrückenlauf oder den Cruise Days) werden die Betriebszeiten der Lastenaufzüge ausgeweitet.
Fakten zum „Alten Elbtunnel“
• Spatenstich am 22. Juli 1907 unter der Leitung von Otto von Stockhausen
• Kosten: ca. 10 Millionen Goldmark
• Einweihung am 7. September 1911
• Architekt: Otto Wöhlecke
• Architektenbüro: Raabe & Wöhlecke aus Altona
• Arbeitskräfte: 4.400
• Länge der Röhren: 426,5 m
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