Nachhaltigkeit im Hafen

Wir von der Hamburg Port Authority (HPA) verstehen unser nachhaltiges Handeln nicht als unangenehme Pflicht, sondern als lohnende Zukunftsaufgabe. Aus diesem Grund engagieren wir uns im Sinne des Luftreinhalteplans für Hamburg für zukunftsweisende Technologien und deren Einsatz im Hafen. Zu den Maßnahmen der HPA zählen etwa der Aufbau einer LNG-Infrastruktur, der Bau von Landstromanlagen, die Rabattierung des Hafenentgeltes für umweltfreundliche Schiffe und mehr.

Erfahren Sie hier mehr über LNG und um­welt­freund­li­che Strom­ver­sor­gung.

LNG in Fakten

• LNG = Liquefied Natural Gas
• Verflüssigtes Erdgas durch Herunterkühlen auf -162°C
• Einfacher transportierbar und lagerfähig
• Hohe Energiedichte
• Umweltschonend, sicher und preisgünstig
• deutliche Emissionsreduzierung im Vergleich zu konventionellem Schiffstreibstoff

LUFTREINHALTUNG: UNSER ALLER ANLIEGEN

Luftreinhaltung in Hamburg ist eine wichtige und gesamtstädtische Aufgabe. Und eine tragende Rolle spielt der Hamburger Hafen. Die Hansestadt steht hier in der besonderen Verantwortung, die Mobilität von Menschen und den Transport von Gütern zu organisieren und gleichzeitig Gesundheitsbeeinträchtigungen der Hamburgerinnen und Hamburger zu minimieren. Aus diesem Grund setzt Hamburg in seiner Luftreinhaltestrategie neben einer Vielzahl von innovativen Projekten, dem Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs, der Förderung der Elektromobilität, und einzelne verkehrsbeschränkende Maßnahmen auch auf LNG (Liquefied Natural Gas) und Landstrom.

Einige Maßnahmen der Hamburg Port Authority (HPA), die sich um LNG drehen, möchten wir Ihnen hier vorstellen. Sie sind Bestandteil des Luftreinhalteplans für Hamburg. Dieser wurde im Juni 2017 bereits in seiner 2. Fortschreibung verfasst. Sein Ziel: Die Einhaltung des NO2-Jahresmittelgrenzwertes schnellstmöglich zu gewährleisten und damit die Anzahl der betroffenen Anwohner auf das geringstmögliche Maß zu reduzieren.

Lesen Sie hier den gesamten Luftreinhalteplan für Hamburg.

BEISPIELHAFTE LNG-MASSNAHMEN:

Um bei steigenden Wachstumsprognosen für die Kreuzfahrtbranche die Emissionen zu minimieren, hat die HPA im Auftrag der Stadt Hamburg im Juli 2014 mit dem Bau einer festen Landstromanlage am Kreuzfahrtterminal Altona begonnen und diese inzwischen in den Regelbetrieb genommen. Die HPA hat ebenfalls die landseitige Infrastruktur am Kreuzfahrtterminal in der HafenCity errichtet, um hier die Stromversorgung von Kreuzfahrtschiffen zu ermöglichen. Ein Kooperationsprojekt zwischen der Fa. Becker Marine Systems (BMS) und der Reederei AIDA. Durch die Produktion des Stroms über die LNG-Gasmotoren können gemäß Betreiberangaben 100 % der PM10- und SOx Emissionen sowie 80 % der NOx Emissionen eingespart werden.

Durch die Bereitstellung einer LNG Infrastruktur soll für Reedereien die Möglichkeit geschaffen werden, ihre Schiffe mit diesem umweltfreundlichen Kraftstoff zu versorgen und die Umrüstung ihrer Schiffsflotte voranzutreiben. Durch die Nutzung von LNG als Schiffskraftstoff können die Emissionen gegenüber der Verbrennung von konventionellem Kraftstoff signifikant gesenkt werden. Grundlage der Berechnung der Wirksamkeit dieser Maßnahme ist das Szenario, dass in 2020 0,5 % und in 2025 5 % aller Seeschiffe, die den Hamburger Hafen anlaufen, auf LNG umgerüstet sind.

Durch den Einsatz neuer, emissionsarmer Technologien, wie LNG, Elektroantrieb oder Wasserstoff, sollen die Emissionen der hafeninternen Verkehre gesenkt werden. Grundlage der Berechnung der Wirksamkeit dieser Maßnahme ist das Szenario, dass 1 % der Schlepper und HADAG-Fähren bis 2020 sowie 10 % der Schlepper und HADAG-Fähren bis 2025 auf LNG umgestellt werden.

Die Nutzung von LNG (Liquefied Natural Gas) als Schiffskraftstoff bietet gegenüber der Nutzung von konventionellem Marine Diesel eine erhebliche Emissionsminderung. Deshalb hat die HPA von 2012–2014 eine Studie durchgeführt, um Potenziale und Realisierungsmöglichkeiten von LNG im Schiffs-, Bahn- und Lkw-Verkehr zu prüfen. Mit dem Abschluss der Studie wurde der Grundstein zur Nutzung von LNG im Hamburger Hafen gelegt.

Landstromanlage Cruise Center Altona: Zahl der Anläufe steigt deutlich

Die von der HPA in Auftrag gegebene und von Siemens realisierte Landstromanlage wurde 2016 als Pilotprojekt eingeweiht. Da es weltweit keine vergleichbaren Anlagen gibt, folgte eine gründliche Testphase um Erfahrungen zu sammeln.

Seit April 2018, mit dem Anlauf des Kreuzfahrtschiffes AIDAsol, befindet sich die Landstromanlage am Cruise Center Altona nun ein Jahr im Regelbetrieb. Zwölf Mal wurde die AIDAsol in der zurückliegenden Saison mit Ökostrom von Land aus versorgt, neun Mal erfolgte eine Vollversorgung – dabei wurden die schiffseigenen Generatoren während der gesamten Liegezeit in Hamburg heruntergefahren und das Schiff wurde am Liegeplatz emissionsfrei versorgt. In der Kreuzfahrtsaison sind 22 Anläufe fest durch die AIDAsol geplant, zudem Testanläufe neuer potenzieller Landstromkunden.

„Für die HPA ist der Betrieb der Landstromanlage eine Erfolgsgeschichte“, sagt Tino Klemm, CFO der Hamburg Port Authority (HPA). „Wir haben mit dem Bau der Anlage erfolgreich technisches Neuland betreten. Mittlerweile haben wir einen routinierten Regelbetrieb etablieren können und erfreuen uns steigender Nachfrage. Mit der Landstromanlage haben wir einen wichtigen Beitrag für einen sauberen Hamburger Hafen geleistet.“

„Gemeinsam mit Partnern aus Forschung, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik leisten wir seit vielen Jahren Pionierarbeit auf dem Gebiet alternativer Antriebstechnologien und moderner Umwelttechnik. Wir investieren jedes Jahr Millionen von Euro“, sagt Dr. Ali Arnaout, Senior Vice President & CFO bei AIDA Cruises. „Die Landstromanlage hier in Hamburg Altona ist ein wichtiger Beitrag zur weiteren Verbesserung der Luftqualität im Hamburger Hafen.“

Anlässlich der Aufnahme des Regelbetriebs hatten der städtische Versorger HAMBURG ENERGIE, AIDA Cruises und HPA einen Vertrag zur Stromversorgung abgeschlossen. Die Versorgung erfolgt ausschließlich mit Strom aus regenerativen Energien. „HAMBURG ENERGIE will die Energiewende verantwortungsvoll voranbringen“, sagt Projektleiter Jörn Fedder von HAMBURG ENERGIE. „Wir kümmern uns um die Ökostrom-Versorgung überall in der Stadt: Auch zu Wasser, indem wir im Hamburger Hafen Kreuzfahrtschiffe mit grünem Landstrom versorgen.“

UMWELT-RABATT BEIM HAFENENTGELT

Die HPA bietet im Rahmen der Hafennutzungsentgelte verschiedene Tarifmerkmale an, die umweltfreundliche Schiffe mit einem Bonus belohnen. Um schnel­ler Er­fol­ge bei der Luftreinhaltung im Ha­fen zu er­zie­len, gewährt die HPA einen Ra­batt beim Ha­fen­geld für die Nut­zung von um­welt­freund­li­chem Hafenstrom. Kreuz­fahrt- und Con­tai­ner­schif­fe im Über­see­ver­kehr kön­nen bis zu 3.000 Euro spa­ren. Da­mit möch­te die HPA die Hafennutzer noch mehr da­von über­zeu­gen, auf die für sie güns­ti­ge­re Eigenstromerzeugung wäh­rend der Lie­ge­zeit zu ver­zich­ten.

Un­ter Hafenstrom ver­steht die HPA bei­spiels­wei­se die Nut­zung von Landstromanlagen wie am Crui­se Cen­ter in Al­to­na, aber auch von al­ter­na­ti­ven Strom-Ver­sor­gun­gen wäh­rend der Lie­ge­zeit, bei­spiels­wei­se mit LNG (Flüssig-Erdgas). Die Fo­kus­sie­rung auf Kreuz­fahrt­schif­fe und Con­tai­ner­schif­fe er­folgt, weil die­se auf­grund ih­res Funktionsprofils ei­nen ver­gleichs­wei­se ho­hen Strombedarf ha­ben. Mit ent­spre­chen­den Maß­nah­men der Ree­der kön­nen hier am schnells­ten Er­fol­ge bei der Luftreinhaltung er­zielt wer­den.

Weitere Impulse für den Einsatz umweltfreundlicher Schiffe setzt die HPA mit Rabatten für den Einsatz von Tankschiffen mit Doppelhülle, für die Nutzung von Liquified Natural Gas (LNG) und von Landstrom. Auch die Zertifizierung nach dem „Blauen Engel“ sowie durch den „Green Award“ wird für besonders umweltfreundliche oder sichere Schiffe honoriert.


Die HPA auf Instagram

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