Der St. Pauli-Elbtunnel

Der St. Pau­li-Elb­tun­nel ist ein ge­schütz­tes Denk­mal und dar­über hin­aus eine wun­der­schö­ne und viel­ge­nutz­te Ab­kür­zung von den Lan­dungs­brü­cken ins Ha­fen­ge­biet und nach Stein­wer­der.  Um das über 100 Jah­re alte Ham­bur­ger Wahr­zei­chen lang­fris­tig zu er­hal­ten, sind um­fang­rei­che In­stand­set­zungs­ar­bei­ten not­wen­dig – eine bau­tech­ni­sche Her­aus­for­de­rung für die HPA.

Für den Er­halt des Tun­nels muss die ge­sam­te Tun­nel­röh­re ent­kernt und der Stahl­man­tel kom­plett ab­ge­dich­tet wer­den. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren er­ziel­ten wir be­reits gro­ße Fort­schrit­te, so wur­den un­ter an­de­rem die rund 200.000 Nie­ten und Schraub­ver­bin­dun­gen, die Was­se­r­un­dich­tig­kei­ten zeig­ten, fast voll­stän­dig aus­ge­tauscht. Auf­grund des Al­ters und der Kom­ple­xi­tät des Bau­werks kam es aber auch zu Ver­zö­ge­run­gen. So muss­ten bei­spiels­wei­se zu­sätz­li­che Bal­last­stei­ne auf den Tun­nel ge­bracht wer­den, um ei­nen Auf­trieb der Röh­re wäh­rend der Bau­pha­se zu ver­hin­dern. Gleich­zei­tig sorg­ten er­höh­te Blei­wer­te in den Ab­bruch­stäu­ben für ei­nen zeit­wei­li­gen Bau­stopp.

Für vie­le Ham­bur­ger ist der St. Pau­li-Elb­tun­nel viel mehr als nur ein all­täg­li­cher Ver­kehrs­weg. Das Bau­werk ist Tou­ris­ten­at­trak­ti­on, Schau­platz für Fo­to­shoo­tings und Dreh­ar­bei­ten, aber auch eine be­lieb­te Lo­ca­ti­on für Aus­stel­lun­gen oder Ver­an­stal­tun­gen. Wir sind uns der be­son­de­ren Be­deu­tung des St. Pau­li-Elb­tun­nels für die Stadt und sei­ner Men­schen be­wusst – ent­spre­chend sorg­fäl­tig pla­nen und be­auf­sich­ti­gen wir die Sa­nie­rung.

smartPORT TV zeigt Ihnen Neues aus dem Elbtunnel: Die Oströhre erstrahlt in neuem Glanz

Der St. Pauli-Elbtunnel ist ein Wahrzeichen für Hamburg. Die HPA arbeitet momentan an der umfangreichen Sanierung und Instandsetzung der Oströhre des über 100 Jahre alten Elbtunnels. Die Arbeiten dort befinden sich auf der Zielgeraden und heute durften ausgewählte Journalisten zum ersten Mal den Tunnel im neuen Glanz bestaunen. Ein gutes Stück Arbeit liegt dennoch vor den Experten der HPA. Endgültig fertiggestellt werden soll die Sanierung Ende 2018. Die Freigabe für Fußgänger und Verkehr folgt im 1. Halbjahr 2019.

Der St. Pau­li-Elb­tun­nel – ein ge­schichts­träch­ti­ges Bau­werk

Mit dem Wachs­tum des Ha­fens auf der Süd­sei­te der Elbe seit den 1870er Jah­ren stieg auch die Zahl der Ar­bei­ter, die täg­lich zwei­mal die Elbe über­que­ren muss­ten. Die klei­nen Ha­fen­fäh­ren konn­ten die Men­schen­men­gen bald nicht mehr be­wäl­ti­gen, dazu kam, dass der Fähr­ver­kehr zu stark von der Wit­te­rung ab­hän­gig war.

Ein Tun­nel war die ein­zig sinn­vol­le Lö­sung – aber erst 1901 er­klär­te sich der Se­nat be­reit, das kost­spie­li­ge Groß­pro­jekt in An­griff zu neh­men. Im Juli 1907 folg­te der ers­te Spa­ten­stich un­ter der Lei­tung von Otto von Stock­hau­sen. Ins­ge­samt 10,7 Mil­lio­nen Gold­mark kos­te­te der Bau, an dem 4.400 Ar­bei­ter be­tei­ligt wa­ren. Im Sep­tem­ber 1911 wur­de der Tun­nel fei­er­lich er­öff­net.

Wir machen weiter:

Die Grundinstandsetzung des St. Pauli-Elbtunnels ist für uns eine Herzensangelegenheit, damit dieses außergewöhnliche Bauwerk für die Nachwelt erhalten bleibt.

Nachdem die Sanierung des oberen Tunnelbereichs abgeschlossen ist, geht es fortan darum, die Gehwegfertigteile einzubauen sowie die abschließenden Fliesen- und Putzarbeiten zu vollenden. Erst danach kann mit der Herstellung des Fahrbahnbelags begonnen werden. Zum Abschluss steht dann die Technische Ausrüstung im Mittelpunkt. Parallel zu diesen Aufgaben erfolgt die Verlegung von Versorgungsleitungen Dritter in der Oströhre sowie in den Schachtgebäuden.

Die Gesamtprojektkosten für die Oströhre belaufen sich nach wie vor auf 59,7 Mio. EUR. Es ist davon auszugehen, dass das Projekt in diesem Kostenrahmen abgeschlossen wird. 

Die Fertigstellung der Oströhre ist für Ende 2018 anvisiert. Die Verkehrsfreigabe erfolgt im 1. Halbjahr 2019.

Baufortschritt

Trotz der bautechnischen Herausforderungen, die dieses über 100 Jahre alte Hamburger Denkmal und Wahrzeichen bietet, sorgen wir für einen stetigen Fortschritt der Grundinstandsetzung. Auch ein Wassereinbruch von ca. 5 m³/h am 27. August 2016 kann diesen nicht stoppen.

Die Sanierung des oberen Tunnelbereichs ist bereits abgeschlossen. Bevor hier die Neuverfliesung nach historischem Vorbild beginnen konnte, musste der obere Tunnelbereich zunächst entkernt werden und die Nieten sowie die Bleifugen des Tübbings instand gesetzt werden. In diesem Rahmen wurde ferner der Betonkörper erneuert.

Folgende Arbeiten wurden zuletzt gemeistert:

Abbruch des Fahrbahnkörpers:

• Bei Probeöffnungen wurde entgegen vorhandener Bestandsunterlagen unerwartet viele Stahlbrammen als Ballastierung vorgefunden

• Die Straße war stark belastet durch PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe)

• Das belastete Material wurde ausgebaut und aufwändig entsorgt

• Es war besonderer Arbeitsschutz erforderlich

Tübbingsanierung

• Guter Zustand der Tübbingkonstruktion

• Besonderer Arbeitsschutz erforderlich

• Arbeitsausführung wie beim oberen Tunnelbereich

• Deutlich erhöhter Aufwand gegenüber dem oberen Tunnelbereich (u.a. 4-fache Menge an Nietverbindungen)

Neubau des Fahrbahnkörpers

• Arbeiten haben im Februar 2017 begonnen

• Beton wird in mehreren Schichten eingebaut

• Verwendung von Schwerbeton mit Rohdichte bis 3.600 kg/m³ anstelle der Stahlbrammen

• 8 – 9 Tonnen pro Tunnelmeter um erforderliches Eigengewicht gegen Auftrieb zu erreichen