DER HAMBURGER HAFEN IST OFFIZIELLER TESTSTANDORT

Die Zukunft der mobilen Kommunikation heißt 5G. Und unser Hafen ist Vorreiter. Das Giganetz wird offiziell in der Hansestadt und in Venedig vom europäischen Kooperationsprojekt 5G-MoNArch getestet. Die Bedeutung bringt HPA-Chef Jens Meier auf den Punkt: "Das ist eine Riesenchance für Hamburg".

Während in der Lagunenstadt die Forscher 5G in Hinblick auf Tourismus testen, liegt der Fokus an der Elbe auf logistischen Anwendungen. 5G wird erprobt, VR- oder AR-Headsets im mobil anzubinden, Ampeln an die Verkehrssteuerung anzuschließen und Umweltdaten von den Sensoren zu übertragen.

Die schon zuvor von der HPA genutzten Steuerungssysteme sind weltweit führend. Das Zusammenspiel von Sensortechnik, Analyse-, Prognose- und Informationssystemen sorgt für enorme Effizienzsteigerungen. Der 5G-Praxistest ist der nächste Schritt für einen digitalen Hafen – und Hamburgs Zukunft.

Der neue Mobilfunkstandard soll in Europa ab 2020 die Datenkapazität für mobile Technologien und Anwendungen deutlich erhöhen. Zehnmal schneller als LTE mit einer maximalen Bandbreite von 10 Gigabit pro Sekunde.

WER STEHT HINTER DEM PROJEKT?

Namhafte Partner aus Europa haben sich im Projekt 5G-MoNArch – die Abkürzung für 5G Mobile Network Architecture – zusammengeschlossen. Dazu gehören neben den Netzbetreibern Deutsche Telekom und Telecom Italia die Unternehmen Nokia, Huawei und Samsung Electronics sowie Wissenschaftler der Universidad Carlos III de Madrid, der Technische Universität Kaiserslautern sowie des Centre for Research & Technology Hellas and Information Technologies Institute. Als Anwender wird die Hamburg Port Authority (HPA) ein wichtiger Partner des Feldversuches sein. Dieser läuft von Mitte 2017 bis Mitte 2019 und wird den neuen Mobilfunkstandard vor seiner Einführung in der Praxis testen.

Daten und Fakten

  • Laufzeit: 2 Jahre (bis Juni 2019)
  • Budget: 7,7 Millionen Euro
  • Standorte: Venedig und Hamburger Hafen
  • Leiter: Lars Wentorp, CIO und verantwortlicher Spartenleiter, sowie Hendrik Roreger, Projektleitung.

Partner

  • Von Nokia koordiniertes Projektkonsortium umfasst
  • Netzbetreiber: Deutsche Telekom, Telecom Italia
  • Ausrüster: Huawei Deutschland
  • Anwender: HPA
  • Hersteller: Samsung Electronics & spanische Landestochter des französischen IT-Dienstleisters Atos
  • Wissenschaft & Forschung: Universidad Carlos III de Madrid, Technische Universität Kaiserslautern, Cent­re for Re­se­arch & Tech­no­lo­gy Hel­las and In­for­ma­ti­on Tech­no­lo­gies In­sti­tu­te

Umsetzung

  • 5G-Anlage wird auf Fernsehturm bei der Messe installiert (weitgehende Abdeckung)
  • Anwendungsfälle, die im Rahmen des Forschungsprojekts geprüft werden:
    • Ampeln werden über 5G-Mobilfunk mit der zentralen Verkehrsteuerung verbunden
    • Umwelt-Sensoren auf HPA-Schiffen können Zugriff auf Daten in Echtzeit gewährleisten
    • Ingenieurinnen und Ingenieure können im Hafengebiet mittels VR- und AR-Brillen Konstruktionen und Studien vor Ort prüfen

ZIELE DES PAXISTESTS

• Erprobung der Netzarchitektur der fünften Mobilfunkgeneration in der Praxis
• Sicherstellung einer schnellen, zuverlässigen Kommunikation
• Erweiterung der 5G-Architektur durch Einsatz von Architekturkonzepten wie Inter-Slice Control und domänenübergreifendem Management

CHANCEN FÜR HAMBURG

• Wissenstransfer und Beitrag an der europaweiten Implementierung von 5G
• Internationale Aufmerksamkeit für den Hamburger Hafen, seine Innovationskraft und Zukunftsorientierung
• Aufwertung des Hafens als moderner Standort für bestehende und zukünftige Unternehmen, Anrainer und Bürger