| Die Geschichte des St. Pauli Elbtunnels |
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Der Bau dieses innovativen Verbindungsweges unter der Elbe war nicht nur das Ergebnis einer spektakulären Vision, sondern auch ein dringend benötigtes Mittel zur Entlastung des stetig zunehmenden Verkehrs in der Hansestadt. Die um die Jahrhundertwende schnell wachsende Hafenwirtschaft am südlichen Elbufer beschäftigte mehrere zehntausend Werft- und Dockarbeiter, die tagtäglich die Elbe überqueren mussten. Als die Kapazitäten des Fährverkehrs ausgeschöpft waren und sich der Bau diverser Brückenbauten aufgrund der Kosten und Schiffshöhen an dieser Stelle als nicht durchführbar erwies, bot der Tunnel die ideale Lösung. Einigkeit erreichte man schließlich im Jahr 1902 auf Betreiben des Baurates Ludwig Wendemuth, nach dem klar wurde, dass mögliche Alternativen die hohen Passagierzahlen zu Schichtbeginn und -ende nicht bewältigen konnten.
Die Bauarbeiten beginnen Der erste Spatenstich erfolgte am 22. Juli 1907 mit der Aushebung des Schachtes am Südufer in Steinwerder. Als an beiden Ufern die angestrebte Tiefe erreicht wurde, konnte mit dem Bau der beiden Röhren begonnen werden. Die eingesetzten Arbeiter kamen aus Bergwerken in Schlesien und dem Ruhrgebiet und waren mit den spezifischen Herausforderungen im Schachtbau vertraut. Trotz für damalige Zeiten umfassender Präventivmaßnahmen traten während der Bauzeit unter den 4.400 Arbeitern 615 leichte und 74 schwere Fälle der sogenannten „Taucherkrankheit" auf, von denen drei tödlich endeten.
Die ersten Personen passieren den Tunnel Nach dem gefeierten Durchschlag der zweiten Röhre am 1. Juni 1910 kam auch Kaiser Wilhelm II. zu Besuch nach Hamburg, um höchstpersönlich dieses „technische Wunderwerk" zu begutachten. Am 7. September 1911 wurde der Tunnel schließlich ohne Feier nach über vier Jahren Bauzeit für Personen freigegeben. Ab dem 30. November 1911 konnten auch Pferdefuhrwerke den Tunnel passieren. Die Baukosten betrugen rund zehn Millionen Goldmark. In den ersten Betriebsjahren unterquerten bereits 20 Millionen Menschen jährlich auf diesem Weg die Elbe. Diese Zahl blieb bis zum Zweiten Weltkrieg relativ konstant. Während des Krieges wurde der Tunnel trotz der Gefahr des Wassereinbruchs häufig als Luftschutzraum aufgesucht.
Das Baudenkmal lebt In den 70er- und 80er-Jahren gingen durch die Einführung des Containers die traditionelle Werftarbeit und die Zahl der im Hafen Beschäftigten immer weiter zurück. Und damit gleichzeitig die Nutzerzahlen des St. Pauli Elbtunnels. Dennoch passieren heute Hundertausende jährlich den Tunnel, der trotz des Strukturwandels ein einzigartiges Wahrzeichen und eine lebendige Verbindung von Hafen und St. Pauli geblieben ist.
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