Banner

Hafen TV



Die HPA startet ihren eigenen Youtube-Kanal! Erfahren Sie wissenswertes rund um den Hamburger Hafen. >>

Umweltpartner der Stadt Hamburg

HPA ist Umweltpartner der Stadt Hamburg
Fragen und Antworten Drucken

Zu den Instandsetzungsarbeiten

Wann beginnen die Instandsetzungsarbeiten?
Die Arbeiten beginnen Anfang April und werden voraussichtlich bis Mitte September dauern.

Mit welchen Behinderungen für den Straßenverkehr ist zu rechnen?
Die Straße über das Sperrwerk wird ab Anfang April bis Mitte September gesperrt. Lediglich im Sommer wird die Straßenbrücke zwischen Ende Juni und Mitte Juli für rund drei Wochen befahrbar sein. Insgesamt ist mit erheblichen Verkehrsbehinderungen während der Bauphase zu rechnen. Die Polizei wird eine entsprechende Umleitung ausschildern. Es wird dazu geraten den Bereich weiträumig zu umfahren.

 

Mit welchen Behinderungen für die Schifffahrt ist zu rechnen?
Schiffsdurchfahrten sind während der Bauarbeiten nur an den Wochenenden möglich. Nach den Planungen kann zudem die Straßenbrücke bauablaufbedingt von Ende Mai bis Ende Juni nicht geöffnet werden. In dieser Zeit können daher auch am Wochenende nur Schiffe verkehren, die unter der geschlossenen Brücke hindurch passen.

 

Können Fußgänger und Radfahrer die Brücke während der Reparaturmaßnahmen nutzen?
Nein. Da die Arbeiten größtenteils unter der Brücke stattfinden und diese deshalb hochgeklappt sein muss, können sie auch Radfahrer und Fußgänger während der Instandsetzungsarbeiten nicht nutzen. Lediglich im Sommer wird die Straßenbrücke voraussichtlich zwischen Ende Juni und Mitte Juli für rund drei Wochen für alle Verkehrsteilnehmer freigegeben.

 

Warum ist das funktionsunfähige Fluttor nicht schnellstens entfernt und zur Reparatur gegeben worden?
Aus Gründen des Hochwasserschutzes wurde entschieden, mit den Arbeiten am Sperrwerk erst nach dem Ende der Sturmflutsaison 2011/2012 zu beginnen.

 

Warum dauert es 5 Monate, bis der Schaden vollständig behoben ist?
Am Sperrwerk gibt es mehrere Schadensstellen (Tor, Toraufhängung, Straßenbrücke) die nicht alle zugleich bearbeitet werden können. An den verschiedenen Schadensstellen wird zum Teil schweres Gerät eingesetzt, zum Teil müssen feste Vorrichtungen vor Ort errichtet werden, um die Reparaturen durchführen zu können. Für sämtliche Arbeiten ist der Platz sehr begrenzt, was paralleles Arbeiten erschwert. Darüber hinaus ist bei sämtlichen Arbeiten am Sperrwerk sicherzustellen, dass durch die Bergung und Instandsetzung des defekten Tores die voll funktionsfähigen äußeren Sperrwerkstore nicht beeinträchtigt werden. Bei den erforderlichen Arbeiten im Sperrwerksbereich sind zudem die Wind-, Wetter- und Tideverhältnisse zu berücksichtigen. Bestimmte Arbeiten können nur bei Niedrigwasser ausgeführt werden, während andere hohe Wasserstände erfordern. Das Zusammenwirken dieser Faktoren erfordert einen Instandsetzungszeitraum von 5 Monaten.

 

Zur Verkehrssituation

Warum wird die Straße von April bis September 2012 gesperrt?
Die Straße muss gesperrt werden, da in diesem Zeitraum das Tor, die Torlager sowie die Straßenbrücke repariert werden. Der komplexe Bauablauf an den unterschiedlichen Schadensstellen am Sperrwerk ermöglicht lediglich im Sommer von Ende Juni bis Mitte Juli eine dreiwöchige Öffnung der Straßenbrücke.

 

Welche Ausweichrouten sind vorhanden?
Der Straßenverkehr wird über die Yachthafenstraße, Westerjork, Osterjork, Obstmarschenweg, Neuenfelder Straße, Nincoper Straße, Marschkamper Deich und Neuenfelder Fährdeich umgeleitet. Radfahrerinnen und Radfahrer sowie Fußgängerinnen und Fußgänger werden über die Straßen Estedeich, Am Alten Estesperrwerk, Neuenfelder Fährdeich und Neuer Fährweg beziehungsweise Neuenfelder Damm umgeleitet.

 

Wird ein Busersatzverkehr eingerichtet?
Die Regelung der Busrouten obliegt den jeweiligen Nahverkehrsunternehmen. HPA, KVG und Hochbahn führen Gespräche, um die Busrouten entsprechend umzuleiten. Sobald die Planung dafür feststeht, wird die HPA darüber informieren.

 

Zum Schadensbild und der möglichen Schadensursache

Warum konnte ein Fluttor geschlossen und so stark beschädigt werden, ohne dass rechtzeitig Alarm ausgelöst wurde, der ein technisches Problem beim Schließen des Tores anzeigte?
Das Estesperrwerk verfügt über verschiedene Meldesysteme. Beim Öffnen und Schließen der Tore werden der Hydraulikdruck und die Schließpositionen der Tore überprüft und angezeigt. Der Hydraulikdruck wird während des gesamten Vorgangs kontrolliert. Aus diesen Informationen zum Betriebszustand ergab sich im vorliegenden Fall kein Hinweis für einen Schadensfall. Um dieses technische Problem rechtzeitig und eindeutig anzuzeigen, wäre eine automatische Höhenkontrolle notwendig, über die das Sperrwerk bisher nicht verfügt hat. Aufgrund dieses einzigartigen Schadensfalles hat die HPA die äußeren Fluttore des Estesperrwerkes unverzüglich mit einer solchen Höhenkontrolle ausgestattet.

 

Warum dauert es so lange, bis die Schadensursache bekannt gemacht wird?
Die Untersuchungen zur Schadensursache durch Taucher konnten erst beginnen, nachdem das betreffende Sperrwerkstor durch den Bau einer Stützkonstruktion hinreichend gesichert war. In der Folge wurden die Untersuchungen der Taucher vor Ort durch die schräge Lage des Tores, die Tide- und Witterungsverhältnisse sowie Sedimentablagerungen zusätzlich erschwert. Am 10.01.12 ist es einem Taucher erstmals gelungen, zum Bereich des Lagers, auf dem das Tor normalerweise aufliegt vorzudringen und diesen Bereich zu untersuchen. Die Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass das Tor beim Öffnen bzw. Schließen durch ein Unterwasserhindernis im unmittelbaren Umfeld des Torlagers aus dem Lager gehebelt wurde. Die Lage und Beschaffenheit dieses Hindernisses kann gegenwärtig nicht ermittelt werden, weil sich im betreffenden Bereich zwischen Sperrwerkstor und Sperrwerkswand große Mengen Sediment abgelagert haben, die aus Sicherheitsgründen nicht beseitigt werden können. Dieser Bereich wird deshalb erst dann genauer untersucht werden können, nachdem die Bergung des Tores erfolgt ist.

 

Kann es sein, dass die Hauptursache für den Schaden am Fluttor die zunehmende Verschlickung der Este ist?
Die Wassertiefen im Bereich des Estesperrwerkes und der Außeneste werden durch die HPA regelmäßig alle zwei Monate durch Peilungen kontrolliert und durch Baggern bzw. Spülen auf der für die Schifffahrt und den Sperrwerksbetrieb erforderlichen Wassertiefe gehalten. Die zunehmende Verschlickung der Binneneste ist der HPA bekannt, es gibt aber bislang keinen Anhaltspunkt dafür, dass diese für den Schaden am Fluttor ursächlich sein könnte. Bei den weiteren Untersuchungen zur Schadensursache werden die HPA und die für den Bereich der Binneneste zuständige Wasser- und Schifffahrtsverwaltung diesen Aspekt jedoch in die Betrachtungen mit einbeziehen.

 

Wurden am Estesperrwerk regelmäßig die erforderlichen Spül- und Baggerarbeiten durchgeführt, um einen sicheren Sperrwerksbetrieb zu gewährleisten?
Ja. Die Herstellung der für die Schiffbarkeit und einen sicheren Sperrwerksbetrieb erforderlichen Wassertiefen erfolgte durch regelmäßiges Spülen des Sperrwerksbereiches. Im Regelbetrieb des Sperrwerkes ist zudem gewährleistet, dass der Schwenkbereich der Tore zusätzlich gespült wird, sollten Sedimentablagerungen das Öffnen oder Schließen der Sperrwerkstore erschweren.

 

Zur Gefährdungslage und den zusätzlichen Schutzmaßnahmen

Welche zielgerichteten und schnellen Maßnahmen wurden getroffen, um angesichts der aktuellen Situation die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten? Kann ein ähnlicher Schaden in kurzer Zeit ebenso am äußeren Fluttor auftreten?
Die vorliegenden Erkenntnisse zur Schadensursache legen den Schluss nahe, dass das Fluttor durch ein Unterwasserhindernis in der Nähe der Sperrwerkswand aus der Lagerung gehebelt wurde. Sie hat deshalb das Betriebskonzept für das äußere Fluttor entsprechend angepasst, sodass ein ähnlicher Schadensfall nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen werden kann. Das Paket umfasst folgende Maßnahmen:

 

• Das Sperrwerk ist rund um die Uhr besetzt.


• Eine zusätzlich installierte Höhenkontrolle gibt ein Signal an das Betriebspersonal, wenn sich ein Tor beim öffnen oder schließen um 1 cm heben sollte.


• Das Tor wird nicht wie bisher üblich bei einem Wasserstand von 2,60 m über NN geschlossen, sondern bereits bei 0,00 m NN. Dadurch bleiben, bei einer gegebenenfalls auftretenden Unregelmäßigkeit während des Schließvorganges, zwei Stunden länger Zeit, um geeignete Maßnahmen zu treffen.


• Vor Ort finden zweimal pro Woche Peilungen statt, um den Untergrund und die Tornischen ständig zu kontrollieren.


• Taucher sind 24 Stunden, 7 Tage die Woche in Rufbereitschaft


• Ein Baggerschiff und eine Schute stehen in unmittelbarer Nähe zur Verfügung, um eventuell auftretende Hindernisse sofort beseitigen zu können.


• Die Hydraulikanlage der Fluttore verfügt über eine mehrfache Ausfallsicherung (Redundanz)


• Ein Notstromaggregat steht zur Verfügung.

 

Welche Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung wurden getroffen für den Fall, dass auch die äußeren Fluttore des neuen Este-Sperrwerks ausfallen sollten? Gibt es einen besonderen Katastrophenplan für die betroffenen Orte und wie sieht er aus?
Bei einem Komplettausfall des hydraulischen Antriebes, der jedoch über mehrere Ausfallsicherungen verfügt, können die Tore mittels einer mechanischen Zugvorrichtung geschlossen werden, die vor Ort bereit liegt. Alternativ können die Tore durch einen Schlepper zugedrückt werden. Darüber hinaus laufen derzeit Planungen für einen möglichen Notverschluss der Sperrwerkskammer, die jedoch noch nicht abgeschlossen sind. Über diese Notmaßnahmen hinaus sehen die Planungen des Katastrophenschutzes die Verteidigung der zwischen dem äußeren und inneren Estesperrwerk liegenden Estedeiche gegen Sturmfluten bis 4,50 Meter über NN vor. Zum Verschluss der Deichscharten liegen hierzu Dammbalken vor Ort bereit. In Abhängigkeit der tatsächlichen Gefährdungslage sehen die Planungen des Katastrophenschutzes zuletzt die gängigen Maßnahmen im Falle eines Deichbruches (Warnung, Räumhinweise, Evakuierung) vor.

 

Ist die im Bereich der Estemündung vorhandene zweite Deichlinie auf ihre Leistungsfähigkeit hin überprüft worden?
Die Estedeiche werden regelmäßig nach Deichordnung geschaut und genügen den Anforderungen, die an sie im Rahmen des Hochwasserschutzes zum Schutz vor Binnenhochwasser der Este gestellt werden. Ihr heutiger Zustand erlaubt es, sie im Bedarfsfall mit Schließen der Deichscharten bei Sturmflutwasserständen bis zu 4,50 m über Normalnull zu verteidigen.

 

Sind die betroffenen Anwohner im Bereich der Estemündung über mögliche Gefahren informiert?
Der Hochwasserschutz im betreffenden Gebiet ist nach wie vor vollständig gewährleistet. In öffentlichen Veranstaltungen am 10.01.12 und 13.01.12 haben Vertreter der HPA und der Innenbehörde die aktuelle Situation dargestellt und erläutert. Es wurde ein regelmäßiger Informationsaustausch zur aktuellen Situation mit den Ansprechpartnern vor Ort vereinbart. Unabhängig davon gelten weiterhin die Sturmflutmerkblätter der Innenbehörde, die für den Sturmflutfall in den von Hochwasser bedrohten Gebieten herausgegeben wurden. Diese können auf der Internetseite der Innenbehörde heruntergeladen werden: Sturmflutmerkblätter zum Download - Stadt Hamburg


Zum Betrieb des Sperrwerkes

Warum wurde beim Binnenhochwasser in der Nacht auf den 6.1.2011 das verbliebene Tor zur Entlastung der Este nicht geöffnet?
Die Hochwasserschutzlinie musste wegen des Elbhochwassers zum Schutz des Binnenlandes geschlossen bleiben. Die Hochwasserschutzanlage schützt das Hinterland vor Sturmfluten auf der Elbe. In dieser Nacht erreichte die Elbe einen Pegelstand von 4,33 m über NN, die Este einen Pegelstand von 2,48 m über NN. Um 4 Uhr am 6.1.2012 sank der Pegel der Elbe unter das Niveau der Este. Zu diesem Zeitpunkt hat HPA das Sperrwerk geöffnet, um die Este zu entlasten. Gegen 9 Uhr wurde wegen des auflaufenden Hochwasserstands auf der Elbe das Sperrwerk planmäßig wieder geschlossen.

 

Hat die HPA das Tor in den Tagen vor der Sturmflut nicht regelmäßig geöffnet aus Angst, auch das zweite Tor könnte kaputt gehen?
Die HPA hat das Tor in den Tagen vor der Sturmflut mehrfach geöffnet, um die Este zu entlassen. Die Binnenentwässerung war aber in ganz Hamburg in dieser Zeit durch das Auftreten von Kettentiden erschwert. Das Niedrigwasser vor der Sturmflut lief fast so hoch auf wie ein mittleres Hochwasser bei normaler Tide. Damit verlängerte sich an allen Hochwasserschutzeinrichtung die Schließzeit.

 

Warum konnten die für die Schiffswerft Sietas erforderlichen Durchfahrten durch das Sperrwerk nicht stattfinden?
Warum müssen erforderliche Ablieferungen von 150 Tonnen schweren Kranteilen über die Straßen abgewickelt werden, was bereits zu einem schweren Unfall geführt hat.
Während der Sicherungsmaßnahmen für das beschädigte Tor durch den Bau einer Stützkonstruktion konnte das Sperrwerk aus Sicherheitsgründen nicht durchfahren werden. Daher musste der Transport der betreffenden Kranteile zu diesem Zeitpunkt über die Straße abgewickelt werden. Nachdem das Sperrwerkstor gesichert ist, sind Durchfahrten jedoch unter Berücksichtigung der Tide- und Witterungsverhältnisse, der Sicherung der Baustelle sowie nautischer Belange im Wege einer Genehmigung durch das Wasser- und Schifffahrtsamt Hamburg unter Beteiligung der zuständigen Wasserbehörde möglich.

 

Weitere Fragen

Warum wird die Funktionsfähigkeit der Neuenfelder Schleuse auch im Hinblick auf eventuell einströmende Wassermassen nicht wieder hergestellt?
Hierüber kann die HPA keine Aussage treffen, da sie nicht Eigentümer dieser Schleuse ist und ihr keine Informationen über den Betrieb dieser Schleuse vorliegen. Ansprechpartner ist in diesem Fall der zuständige Wasserverband.

 

Warum wird die Alte Süderelbe, auch im Hinblick auf ggf. aufzunehmende Wassermassen bei Sturmfluten nicht wieder geöffnet?
Der bestehende Hochwasserschutz ist für die geltenden Bemessungswasserstände ausgelegt. Daher ist die Notwendigkeit einer Sturmflut-Entlastung, z. B. durch eine Öffnung der Alten Süderelbe auf absehbare Zeit nicht gegeben