Strombau- und Sedimentmanagementkonzept für die Tideelbe
Die drei Nordländer und der Bund sind sich über die Bedeutung des Hamburger Hafens für die Metropolregion Hamburg, für die Länder Schleswig-Holstein und Niedersachsen und für Deutschland einig. Vor dem Hintergrund der gestiegenen Sedimentmengen, die im Hamburger Hafen und im oberen Bereich der Tideelbe regelmäßig auszubaggern sind, haben sie im Juni 2008 eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Die Unterzeichner sind sich einig, dass die derzeit festgelegten Wassertiefen für die Schifffahrt im Hamburger Hafen und in der Tideelbe sichergestellt werden müssen. Gleichzeitig ist es aber auch nötig eine Perspektive für den Umgang mit dem anfallenden Sediment aufzuzeigen - insbesondere unter der Berücksichtigung von Meeresschutzbelangen. Dafür liegt jetzt ein gemeinsames „Strombau- und Sedimentmanagementkonzept für die Tideelbe“ vor. Es wird durch die Erklärung politisch gestützt. Im Kern sieht das Konzept verschiedene Maßnahmen vor, die Sedimentmengen im hamburgischen Bereich zu vermindern. Nicht zuletzt soll damit die Verbringung von Sedimenten in die Nordsee schnellstmöglich eingestellt werden.
Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) und die Hamburg Port Authority (HPA) haben bereits damit begonnen, die in Hamburg und im oberen Bereich der Tideelbe zu baggernden Sedimentmengen so schnell wie möglich deutlich zu reduzieren. In diesem Kontext werden wasserbauliche Maßnahmen ergriffen um sicherzustellen, dass sich mit der Tide stromauf wandernde, unbelastete Nordseesedimente so wenig wie möglich mit belasteten Sedimenten aus dem Oberelbebereich vermischen. Unter Berücksichtigung natur- und gewässerschutzfachlicher Belange soll zusätzlicher Flutraum geschaffen werden, um die derzeit negative Entwicklung der Tidecharakteristik der Tideelbe wieder umzukehren. Diese ist ursächlich für den Stofftransport von Nordseesedimenten in Richtung Hamburg. Die verbleibenden Sedimente, die trotz dieser Maßnahmen zukünftig regelmäßig zur Sicherung schiffbarer Wassertiefen gebaggert werden müssen, sollen grundsätzlich im Gewässersystem der Tideelbe umgelagert werden. Die drei Bundesländer und der Bund werden entsprechende Lösungsansätze unterstützen und diese auch in nationalen und internationalen Gremien vertreten.
Die gemeinsame Erklärung wurde unterzeichnet von Minister Hans-Heinrich Sander für das Niedersächsische Ministerium für Umwelt und Klimaschutz, Minister Dr. Christian von Boetticher für das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, Senator Axel Gedaschko für die Hamburger Behörde für Wirtschaft und Arbeit, Dr. Hans-Heinrich Witte als Präsident der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord für den Bund, sowie die Geschäftsführer Dr. Hans Peter Dücker und Jens Meier für die Hamburg Port Authority.